Reparatur-Café-Bewegung


Gemeinschaftlich reparieren

Gemeinschaftliches Reparieren ist fast allen Menschen auf der ganzen Welt bekannt. Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfewerkstätten sind vielerorts schon lange weit verbreitet. Reparatur-Cafés zu veranstalten und damit dem freudigen, gemeinschaftlichen Reparieren einen festen Rahmen zu geben und es gleichzeitig öffentlich sichtbar zu machen, ist dagegen ein etwas neueres Phänomen.

Eine Idee aus den Niederlanden

Die Idee geht auf die niederländische Journalistin Martine Postma zurück, die 2009 das erste Repair-Café Event in Amsterdam veranstaltete. Kern ihrer Idee war es, dass Menschen zusammen kommen und sich gegenseitig beim Reparieren ihrer Alltagsgegenstände helfen. Martine Postmas Konzept fand allgemeinen Zuspruch und viel mediale Aufmerksamkeit. Im Jahr 2011 gründete sie die Stichting Repair Café International, die nach einem Franchise-Prinzip kostenlose Materialien zur Gründung und Durchführung von Reparaturcafés zur Verfügung stellt.

Die Idee verbreitete sich schnell und so schwappte sie auch irgendwann nach Leipzig und inspirierte uns Vereinsmitglieder von leben.lernen.leipzig e.V.

Mittlerweile gibt es weltweit unzählige Reparatur-Initiativen, in Deutschland sind es um die 1000. In Leipzig mindestens zwei weitere, von denen wir wissen: das Reparaturkaffee im Geyserhaus und die Textilwerkstatt im Kollektivhaus Wurze.

Vernetzung in Deutschland

In Deutschland hat die anstiftung mit dem Netzwerk Reparatur-Initiativen sehr stark dazu beigetragen, viele, unterschiedliche kleine und größere Projekte zu unterstützen und miteinander zu vernetzen. Sie bündelt Wissen, treibt Forschung und Erkenntnisgewinn voran und sorgt durch persönlichen Kontakt, die Organisation von Vernetzungs-Treffen und Weiterbildungs-Workshops, eine gemeinsame Zeitschrift und vieles mehr für einen regen Austausch unter den einzelnen Initiativen.

Im Café kaputt ist uns die konkrete Arbeit vor Ort in Leipzig das zentrale Anliegen. Die Anbindung zur größeren Bewegung tut uns dabei sehr gut, und inspiriert und motiviert uns, uns mit größeren gesellschaftlichen Fragestellungen, wie zum Beispiel dem Recht auf Reparatur, zu beschäftigen. Als eine der größten Reparatur-Initiativen in der Bundesrepublik, stehen wir über das Netzwerk auch Neugründer*innen als Ansprechpartner*innen zur Verfügung.

Werde Teil der Reparaturbewegung

Auch Du kannst Teil der Reparaturbewegung werden!

Wie? Das ist ganz einfach:
Reparier Dein Zeug, das Deiner Nachbar*innen und Freund*innen. In unseren Reparatur-Sprechstunden kannst Du das Reparieren lernen oder es anderen beibringen. Du kannst unsere Sprechstunden auch mit einem selbstgebackenen Kuchen bereichern, Reparatur-Materialien oder Werkzeuge spenden oder Fördermitglied werden und für eine sichere und unabhängige finanzielle Basis des gemeinnützigen Projekts sorgen.

Du kannst Dir sicher sein: Deine Mitwirkung fließt bei uns in nichts geringeres als die Welt-Reparatur!